Fragen &Antworten
Was passiert mit der Haut während des Tätowierens?
Die Haut besteht aus drei Hautschichten. Sie setzen sich aus der Oberhaut (Epidermis), auf der sich ein Schutzmantel (Hautbarriere) befindet, der Lederhaut (Dermis) welche direkt unter der Oberhaut liegt und der Bindegebewebestruktur dient und unter anderem Nerven- und Muskelfasern sowie Lymphgefäße enthaelt. Zu Letzt kommt die Unterhaut (Subcutis) welche u.a. Fettzellen, größere Blutgefäße und das lockere Bindegewebe enthält.
Beim Tätowieren werden Farbpigmente mit Nadeln bis zu einer Tiefe von etwa 2 Millimetern in die Haut eingestochen, wo sie in der Dermis, der mittleren Hautschicht, gespeichert werden. Dies erklärt, warum Tattoos nach dem Abheilungsprozess oft blasser wirken. Während des Heilungsprozesses gehen die Pigmente, die sich in der obersten Hautschicht, der Epidermis, befinden, verloren. Gleichzeitig werden Hilfsstoffe, kleine Partikel der Pigmente und andere lösliche Mittel aus der Haut abtransportiert. In der Haut verbleiben letztendlich nur die größeren Pigmente, die etwa 20% der ursprünglichen Menge ausmachen und aufgrund ihrer Größe nicht abtransportiert werden können.
Es gibt bisher kaum wissenschaftliche Untersuchungen zu den langfristigen Hautveränderungen durch Tattoos. Zu den möglichen Veränderungen der Haut durch Tätowierungen gehören eine erhöhte Empfindlichkeit, gesteigerte Sonnen- und Lichtsensibilität sowie eine Neigung zu Juckreiz.
Wie funktioniert der Wundheilungsprozess?
Die Wundheilung nach dem Tätowieren lässt sich in drei Phasen unterteilen: die Exsudative Phase (Reinigungsphase), Proliferative Phase (Wiederaufbauphase) und Reperative Phase (Remodellieringsphase).
Die Reinigungsphase beginnt unmittelbar nach dem Tätowieren und dauert etwa 24 Stunden.
Nach dem initialen Wundverschluss und der primären Blutstillung kommt es zu einer lokalen Entzündungsreaktion. Diese Entzündung führt dazu, dass Wundwasser ausgeschieden wird, um die Wunde zu säubern. Eingeschwemmte Immunzellen nehmen Bakterien und abgestorbene Hautzellen auf und beseitigen sie.
In der zweiten Phase, der Wiederaufbauphase, beginnt der Wiederaufbau der Oberhaut (Epidermis). Diese Phase ist gekennzeichnet durch die Reparatur der geschädigten Hautbarriere. Die Einstiche in der Lederhaut (Dermis) müssen aufgefüllt werden, wobei spezielle Zellen angeregt werden, neues Bindegewebe zu bilden. Dies führt zu einem vorläufigen Wundverschluss, wobei die Haut in diesem Stadium noch sehr empfindlich ist.
In der Remodellierungsphase wird der vorläufige Wundverschluss durch neue Haut endgültig abgedeckt, wodurch die Wunde vollständig heilt. Dieser Prozess stellt die “Integrität“ der Haut wieder her und schließt den Heilungsprozess des Tattoos ab.
Welche Farbe benutze ich?
Ich benutze die Farbe Dynamic Union Black Ink, welche die aktuellen EU-Richtlinien erfüllt und somit REACH-Konform ist. Sie soll -laut Angaben des Herstellers- eine hohe Pigmentierung haben, was ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen kann. Außerdem ist sie vegan und tierversuchsfrei und das Pigment soll in gebundener Form nicht krebserregend sein.
Inhaltsstoffe
- Carbon Black (ca. 10%) - Pigmentbasis
- Isopropyl Alcohol (ca. 10%) - Lösungsmittel
- Acrylic Polymer (ca. 5%) - Bindemittel
- Wasser (ca. 75%) - Basisflüssigkeit
Eigenschaften
- Erfüllt die aktuellen EU-Standards (REACH-Konform)
- Hohe Pigmentdichte
- Vegan und tierversuchsfrei
- Steril
- Hergestellt in den USA
- Carbon Black soll in gebundener Form (z.B. Flüssigkeit) nicht krebserregend sein
Zum Safety Data Sheet (SDS) gelangst Du hier.
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Welche Vorteile und Risiken hat Second Skin?
Second Skin ist die ideale Umgebung für eine unkomplizierte Wundheilung
- Feuchtes Wundheilungsmilieu
Sie schafft ein feuchtes Heilungsmileu, welches den natürlichen Heilungsprozess fördert und unterstützt.
Sie reduziert Krustenbildung und hilft der Haut mehr Pigmente in den Hautzellen zu behalten, denn Krustenbildung kann der Haut Farbe entziehen. Dazu kann Krustenbildung Narben verursachen.
2. Schutz gegen Infektionen & mechanische Einflüsse
Sie schützt vor äußeren Einflüssen wie z.B. Bakterien, Schmutz und Reibung, welche die Haut reizen können. Somit wendet sie Einflüsse ab, welche Infektionen und Entzündungen begünstigen können.
3. Atmungsaktiv und Wasserdicht
Sie ist atmungsaktiv, d. h. sie lässt Sauerstoff an die Haut, welcher für die Wundheilung benötigt wird und unterstützt somit die natürliche Zellenregeneration. Trotzdem ist die Folie wasserdicht und damit alltagstauglich.
4. Keine Pflege notwendig
Während die Second Skin auf dem Tattoo ist, musst Du Dir keine Gedanken um die Reinigung oder Pflege Deines Tattoo’s machen. Im Idealfall hält die Folie zwischen 1 und 4 Tagen. Erst nach dem Entfernen der Folie reinigst und pflegst Du das Tattoo. Wie Du Dein frisches Tattoo reinigst und pflegst, erkläre ich Dir in meinen Pflegehinweisen.
5. vegan & Tierversuchsfrei
Potenzielle Risiken
- Allergische Reaktionen wie Rötungen, Juckreiz oder Bläschenbildung
(Pflasterallergie, Allergie gegen Klebstoff) - Beim unbeabsichtigten Ablösen können sich Schmutz oder Bakterien an der Klebefläche der Folie sammeln
- Nicht gut für große, dunkle Flächen geeignet
- Geringere Haltbarkeit beim Schwitzen
Wenn Du dir unsicher bist, ob bei Dir eine Klebstoff-Empfindlichkeit besteht, dann kannst Du Dir vor’m Tätowieren einen Teststreifen bei deinem Artist abholen und die Folie testen.
Warum sollte man auf Frischhaltefolie verzichten?
- Haut bekommt kein Sauerstoff
- Feuchtigkeitsstau
- Erhöhtes Infektionsrisiko
- Unangenehmer Tragekomfort
Kann man kokosöl als Tattoopflege verwenden?
Kokosöl wird oft als natürliche Hautpflege empfohlen. Sie spendet Feuchtigkeit, kann antibakteriell wirken und soll die Haut geschmeidig machen. Auch im Zusammenhang mit Tattoos wird Kokosöl manchmal als Haut- bzw. Tattoopflege empfohlen. Ob Kokosöl sich als natürliche Alternative eignet kannst Du hier nachlesen.
Vorteile:
1. Feuchtigkeitsspendend
- wirkt okklusiv, d. h. es bildet einen Schutzfilm auf der Haut und hält somit die Feuchtigkeit
- kann Spannungsgefühl reduzieren
2. Natürliche Inhaltsstoffe
- rein pflanzlich, keine künstlichen Zusatzstoffe
- vegan
3. Milde antibakterielle Wirkung
- enthält Laurinsäure, welche antibakteriell wirken kann
Nachteile:
1. Okklusiv, aber nicht atmungsaktiv
- bei zu dicker Schicht kommt kein Sauerstoff an die Haut
- kann Poren blockieren, was Rötungen und Pickel begünstigen kann
2. Farbverlust
- zieht nicht ein, wie spezielle Tattoo-Cremes.
- Farbe des Tattoos' kann durch ständiges Eincremen mit Kokosöl beeinflusst werden
Fazit
Kokosöl eignet sich nach vollständiger Heilung als Pflege, sollte jedoch nicht als Hauptpflegeprodukt direkt nach dem Tätowieren genutzt werden. Dafür solltest du besser speziell entwickelte Tattoo-Pflegeprodukte verwenden, welche es ebenfalls auf pflanzlicher Basis gibt.
Hier kommst du zu meinen Pflegehinweisen und Produktempfehlungen.